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Du hast schon immer mal mit dem Gedanken gespielt, eines dieser super-umfangreichen Rollenspiele zu spielen, aber bisher haben dich Drachen, Elfen und Fantasy-Klischees, oder weit hergeholte Dystopie-Szenarien irgendwie immer abgeschreckt? Dann könnte Kingdom Come: Deliverance mit seiner realitätsnahen Darstellung des mitteleuropäischen Spätmittelalters und gemütlichen Spielweise genau der richtige Einstieg für dich sein. Damit du nicht nach der ersten Quest bereits in einer Sackgasse landest, habe ich mir überlegt, was für einen Genre-Neuling zu Beginn hilfreich sein könnte und ein paar Tipps zusammengestellt: von einem Rollenspielveteranen für Rollenspieleinsteiger.


Rattay

Die wunderschönen böhmischen Städte und Dörfer laden zur Besichtigungstour ein.


Nimm dir Zeit

Zuallererst: Schaufel dir etwas Zeit frei. Nimm dir an einem Wochenende nicht allzu viel vor, gönne dir einen freien Tag oder eine Woche, in der abseits vom alltäglichen nicht viele anderer Kram ansteht. Du wirst die Zeit brauchen. Nicht nur, um die vielen Mechaniken und Zusammenhänge des Spiels zu verinnerlichen, sondern auch angemessen in die detaillierte Welt eintauchen zu können. Selbst wenn du dich nur um das Allernötigste kümmern willst, um die Hauptstory von Kingdom Come: Deliverance abzuschließen, solltest du 30 - 50 Stunden einplanen. Für alteingesessene Rollenspieler ist das nichts Neues und gehört einfach dazu, um die vielen Geschichten und das ganze Drumherum in sich aufzunehmen. Wer aber auch die vielen netten kleinen Nebenquests und Tätigkeiten nicht komplett ignorieren will, ist locker mehr als 100 Stunden beschäftigt.

Da in Kingdom Come: Deliverance weniger die volle Ladung Action im Vordergrund steht, sondern eine möglichst authentische Darstellung mittelalterlicher Umstände und Gepflogenheiten, spielen sich einige Quests gerade zu Spielbeginn etwas gemächlicher. Das ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass dein Charakter Heinrich am Anfang nur ein einfacher Schmiedelehrling ist, ohne allzu große gesellschaftliche Anerkennung. Da kann es schon einmal passieren, dass ein Adliger hoch zu Ross dich anweist, ihn bei seinem Jagdausritt zu begleiten ... allerdings ohne dir ebenfalls ein Pferd zur Verfügung zu stellen, damit du deiner Stellung auch tatsächlich bewusst wirst. Also richte dich auf einen etwas längeren Fußmarsch ein, bei dem du als „braver Hund deinem Herrn hinterhertrottest“, dafür aber die wundervolle Landschaft genießen kannst. Doch keine Sorge: Auf ein eigenes Pferd musst du nicht zu lange warten; auch wenn es nicht unbedingt gleich der beste Gaul im Stall ist. ;)


Wie ein treuer Hund

Wie ein braver Hund ...


Übung macht den Meister

Heimlichkeit

In Sachen Heimlichkeit ist Heinrich jetzt schon so gut, dass er mit der Spezialfähigkeit „Umhauen“ Gegner hinterrücks k. o. schlagen kann.

In den allermeisten Rollenspielen entwickelst du deinen Charakter und dessen Fähigkeiten weiter, indem du Level aufsteigst, regelmäßig Skillpunkte verteilst und sich so deine persönliche Spielweise herauskristallisiert. Sprich: Bist du eher Nahkämpfer, setzt du auf körperliche Attribute und Kampffähigkeiten, setzt du eher auf Redegewandtheit ist Charisma vorne mit dabei, als Dieb oder Schurke sind Geschicklichkeit und Schleichen wichtig.

In Kingdom Come: Deliverance funktioniert das ein bisschen anders. Hier steigerst du deine Fähigkeiten durch die regelmäßige Anwendung – ein ähnliches System also, wie Rollenspieler es unter anderem bereits aus der Elder-Scrolls-Reihe kennen. Möchtest du ein besserer Bogenschütze werden, dann verwende in Kämpfen primär den Bogen, geh auf die Jagd, oder übe auf dem Bogenplatz. Du willst Leute in Gesprächen leichter um den Finger wickeln? Dann solltest du keine Unterhaltungsmöglichkeit auslassen und bei jedem Einkauf so viel feilschen wie nur möglich. Sollte dein Charakter irgendwann nicht mehr am Hungertuch nagen und hat genügend Kleingeld parat, lässt sich das Ganze etwas abkürzen. Bestimmte Personen im Spiel fungieren als Lehrmeister, die dir beim Verbessern deiner Fähigkeiten mit helfender Hand zur Seite stehen. Die wollen dafür aber ein paar Groschen springen sehen. Einige Ausnahmen bringen dir aber auch gratis etwas bei, sofern du vorher etwas für sie erledigt, oder ihnen aus der Patsche geholfen hast.

Außerdem erhältst du für die meisten Fähigkeiten in gewissen Abständen Skillpunkte, mit denen du dich weiter spezialisieren und besondere Fähigkeiten freischalten kannst. Diese Punkte solltest du auf jeden Fall investieren, um beispielsweise weniger Ausdauer zu verbrauchen, zusätzliche Gesprächsoptionen oder Kampf-Kombos zu aktivieren (Achtung: Manche Spezialisierungen bringen auch Nachteile mit sich, oder schließen sich gegenseitig aus; lies dir genau die Beschreibung durch!). Apropos Kampf: Das Nahkampfsystem ist eine der großen Besonderheiten des Spiels und eine Herausforderung für sich, die ein bisschen Geschick und gutes Timing voraussetzt. Lass keine Möglichkeit ungenutzt, den Umgang mit der Waffe zu üben. Nicht jede Auseinandersetzung lässt sich mit Eloquenz lösen.

Behalte deine Quests und die Welt im Auge

Es ist verlockend, sofort alle Quests anzunehmen, die um dich herum angeboten werden. In vielen Rollenspielen ist das auch kein Problem, in Kingdom Come: Deliverance solltest du aber vorsichtig damit sein, dein Questlog zu überladen (eine Ausnahme bilden die „Aktivitäten“). Es kommt nicht selten vor, dass die Auftraggeber von dir verlangen, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu sein. Trägt dir ein Jäger auf, ihn am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang zu treffen, solltest du dich entsprechend darauf vorbereiten, dich nicht von anderen Aufgaben ablenken lassen und auch nicht die Nacht durchzechen. Verspätest du dich, kann es passieren, dass die Quest als gescheitert gilt. Achte also auf die Gesprächsinhalte und konsultiere im Zweifel dein Questlog. Oft verstecken sich darin Hinweise, wenn du dir mal nicht sicher sein solltest, wie eine Aufgabe zu lösen ist. Zudem gibt es meistens mehr als nur einen Weg, das gesetzte Ziel zu erreichen. Experimentiere ein wenig.

Dafür empfiehlt es sich auch, die Umwelt im Auge zu behalten. Egal ob Bauer, Handwerker oder Händler: Die Nichtspielercharaktere haben ihre eigenen geregelten Tagesablauf. Abends treffen sie sich in der Schenke und Nachts wird geschlafen. Das bedeutet einerseits, dass du um Mitternacht nicht auf Einkaufstour gehen kannst, andererseits aber auch, das zu gewissen Zeiten der Weg frei wird um ... zwielichteren Beschäftigungen nachzugehen. Huch, wie kommt dieser Goldkelch in meine Tasche?


Kingdom Come Deliverance - The Good, the Bad and the Sneaky

Kingdom Come Deliverance - The Good, the Bad and the Sneaky

Dieses Video zeigt wunderbar, auf wie viele unterschiedliche Weisen sich einige Quests lösen lassen.


Achte auf deine Ausrüstung

Heinrich sollte seinen Schneider besuchen

Heinrichs Ausrüstung hat deutlich sichtbar einiges mitgemacht. Zeit, sich ein bisschen zu waschen sowie einen Schneider und einen Schmied aufzusuchen.

Und zu guter Letzt: Deine Kleidung ist deine zweite Haut! Wirf immer einen Blick auf den Zustand deiner Rüstung und Klamotten, aber auch deiner Waffen. Nicht nur die Effektivität nimmt über die Zeit und vor allem nach Kämpfen ab. Dein Erscheinungsbild wirkt sich wesentlich auf dein Charisma aus. Ist alles zerschlissen und blutverschmiert, wird es dir schwerer fallen, dein Gegenüber zu überzeugen. Vergiss daher nicht, nach längeren Ausflügen in die Wildnis bei deiner Rückkehr ein Badehaus aufzusuchen, oder dich zumindest in einem Wassertrog behelfsmäßig zu säubern – mit dem Skill „Der Duft des Mannes“ lässt sich dieser Zustand unter gewissen Umständen allerdings auch in einen Vorteil umwandeln.

Für eine anständige Reparatur deiner Sachen musst du die jeweiligen Handwerker aufsuchen: Einen Schuster für dein Schuhwerk, einen Schneider für deine Klamotten, Schmiede für deine Rüstung und Waffen. Mit ein bisschen Übung kannst du deine Waffen auch an einem Schleifstein gratis schärfen. Meine Empfehlung ist es daher, mit billigen, erbeuteten Waffen zu üben, bis man den Dreh raus hat, anstatt das exzellente, kürzlich erworbene Schwert direkt zu ruinieren. Gerade zu Spielbeginn, wenn der eigene Geldbeutel noch nicht allzu prall gefüllt ist, kann so ein handwerklicher Rundumservice schnell ins Geld gehen. Vor allem dann, wenn man gerade eben erst alles frisch poliert und ausgebeult hat, und beim nächsten Übungskampf mit einem Holzschwert verdroschen wird. Tipp: Leg deinen Vorzeigeplattenpanzer davor besser ab ... dein Kontostand wird es dir danken.

Hast du erst einmal ein Pferd und damit Satteltaschen mit mehr Stauraum für unterwegs, kannst du Ersatzrüstung und ergänzende Waffen mit dir führen – denn Morgensterne eignen sich besser gegen gut gepanzerte Gegner als Schwerter – oder edle Klamotten, um dein Charisma für das nächste Gespräch vorübergehend zu steigern.


Und nun ziehet hin, edle Dame, edler Herr, auf dass Ihr Wohlgefallen findet an eurem neuen Lieblingsgenre. Bestens gerüstet dafür seid Ihr nun alle Mal. Möget Ihr stets ein scharfes Werkzeug mit Euch führen, egal ob Schwert oder Zunge, auf Eurem Weg Vergeltung zu üben an denen, die Euch Eure Ehre, Heimat und Familie genommen.


Kingdom Come Deliverance - Launch Trailer

Kingdom Come Deliverance - Launch Trailer



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Bosso

Der Bosso ist seit 2011 Teil des Community-Development-Teams bei FANDOM Deutschland. Er kümmert sich um inhaltliche und technische Belange aller Communitys, mit einem Fokus auf Gaming und Lifestyle Wikis, bedient die Social-Media-Kanäle und ist „Spezialst für allerlei Dinge“. Der Bosso mag Rollen- und Strategiespiele, gute Geschichten, Musik mit Stil, Bier, Whiskey und Tabakspfeifen. Bereits länger spielt er mit dem Gedanken, sich mal wieder einen reinen Backenbart zu rasieren.